Ich wusste alles über Veränderung.
Und kam innerlich keinen Schritt weiter.

ICH WAR ANWÄLTIN.

Jahrelang habe ich in Kanzleien gearbeitet, Verantwortung getragen, geliefert. Ich war gut. Das war nie das Problem.

Das Problem war das, was sich darunter aufgestaut hat. Die innere Enge. Die körperlichen Signale – Verdauungsprobleme, Rückenschmerzen ohne Befund, das buchstäbliche Gefühl, keinen Schritt mehr vorwärts zu kommen. Mein Körper wusste es lange vor mir.

Ich hatte alles gelesen. Ich hatte Mindset-Bücher verschlungen, Seminare besucht, Coaches gehabt. Ich wusste, wie Veränderung funktioniert – theoretisch. Ich war stark im Kopf, stark im Analysieren, stark darin, alles zu verstehen. Und ich saß trotzdem fest.

Irgendwann habe ich aufgehört zu fragen: Wie muss ich sein, um endlich nicht mehr falsch zu sein? Und angefangen zu fragen: Wie will ich eigentlich leben – wenn alles möglich ist?

Das war eine schlaflose Nacht. Für mich, die immer schlafen konnte, war das ein Signal, das ich nicht ignorieren konnte. Ich habe mich hingesetzt und zum ersten Mal erlaubt, auch das Undenkbare zu denken. Was ist wirklich meins? Was habe ich jahrelang irgendwo übernommen, mitgeschleppt, nicht hinterfragt?

Und dann – ganz leise, in dieser Nacht – habe ich mir etwas erlaubt, ohne zu wissen, wie groß diese Erlaubnis war: ein Leben aufzubauen, das wirklich meins ist.

DANACH KAMEN UMWEGE. VIELE.

Ich habe mich selbstständig gemacht. Ich habe Coaching gelernt – und Menschen damit begleitet. Ich war gut darin. Und ich habe gleichzeitig gespürt, dass da noch etwas anderes in mir wartet. Etwas, das ich in der verkopften Jura-Welt jahrzehntelang vergraben hatte: meine Verbindung zur Spiritualität, zu energetischer Arbeit, zur geistigen Welt — Dinge, die mich schon als Teenager begleitet hatten und irgendwann keinen Platz mehr hatten.

Ich habe eine Ausbildung gemacht, die kein klassisches Coaching-Zertifikat ist. Die mich mit Mustern konfrontiert hat, die ich mit keinem Mindset-Tool der Welt hätte auflösen können. Darunter auch einen Glaubenssatz, den ich von einem Ahnen geerbt hatte und der mich über Jahre immer dann eingeholt hat, wenn es schwierig wurde: Habe ich überhaupt das Zeug dazu? Diese Frage ist nie wieder aufgetaucht.

Was stattdessen da ist: eine ruhige, tiefe Gewissheit. Ich darf anpassen, korrigieren, neu ausrichten – aber ich zweifle nicht mehr an dem, was ich tue. Die Energie, die früher in den Zweifel geflossen ist, ist jetzt frei.

WAS MICH DAS GEKOSTET HAT?

Eine Identität, in die ich über zwanzig Jahre investiert hatte. Die Sicherheit eines Berufsbildes, das andere für mich verstanden haben. Das Selbstbild der Frau, die immer weiß, was sie tut.

Und was ich dafür bekommen habe, ist etwas, das sich mit keinem dieser Worte beschreiben lässt, die ich früher benutzt hätte: Klarheit. Die ruhige, stabile, körperliche Gewissheit, auf dem richtigen Weg zu sein, weil er meiner ist. Die hatte ich noch nie. Jenseits von Leisten. Jenseits von Beweisen. Jenseits von dem, was andere von mir erwartet haben – und was ich selbst lange für mich erwartet hatte. Das ist kein Ankommen in einem Ziel. Es ist ein Ankommen in mir selbst.

Heute begleite ich Führungskräfte, die an einem ähnlichen Punkt stehen. Die aufhören wollen zu optimieren und immer noch mehr zu wissen und doch nix zu verändern. Die spüren, dass das Weitermachen-wie-bisher keine Option mehr ist — und die bereit sind, wirklich hinzuschauen.

Ich weiß, wie es ist, wenn man alles über Veränderung weiß. Und trotzdem nicht weiterkommt. Bis man aufhört zu optimieren. Und anfängt, sich die eigentliche Frage zu stellen:

Wie will ich leben – wenn alles möglich ist?

Ich lebe in Bayern. Ich glaube, dass Körper mehr wissen als Köpfe. Ich bin ausgebildet in energetischer Arbeit und bringe das dort ein, wo es sich stimmig anfühlt. Es ist Teil von dem, was ich bin.

Und ja: Als ich die letzten formalen Verbindungen zu meiner Anwaltsidentität gekappt hatte, ist mir einen Tag später ein Zahn herausgefallen — der einzige gekrönte, bezahlt vom ersten Anwaltsgehalt. Manche Zeichen kann man nicht ignorieren.

Wenn du dich erkennst – lass uns sprechen.

Das Wahrheitsgespräch kostet nichts. Es ist eine echte Begegnung — um zu schauen, ob meine Begleitung das ist, was du jetzt brauchst.